Hormonfreie Verhütung mit Coitus interruptus

Interview mit Benedikt

Benedikt verhütet hormonfrei mit seiner Partnerin mit Coitus interruptus und berichtet im Interview von seinen Erfahrungen.

Lieber Benedikt, kannst du dich unseren LeserInnen kurz vorstellen, warum bist du online aktiv?

Unsere erste Tochter hat durch ihre reine Anwesenheit meine (akademischen, mechanistischen, systemkonformen) Überzeugungen und damit mein Leben komplett über den Haufen geworfen. So etwas kommt bisweilen vor, aber meine Frau Julia und ich gehören zu den wenigen, die bereit waren „aufs Ganze“ zu gehen und ihr Umfeld radikal den neuen Bedürfnissen anzupassen. In der Folge sind wir Veganer und später Rohköstler geworden, ich habe Beruf und Beamtenstatus aufgegeben, wir haben unsere Heimat verlassen und leben nun mit vier Kindern in etwa so, wie wir es uns ausgesucht haben.

Auf unseren Reisen wurde uns klar, dass Interesse an unserem Weg besteht. Wir berühren die Sehnsüchte vieler Menschen, die irgendwie spüren, dass es „das nicht sein kann“, dass mehr Herz, mehr Intuition, mehr Verbundenheit und auch mehr tiefe Gesundheit in unserer Natur liegen, als von unseren gesellschaftlichen Systemen gewünscht. Und dass so vieles von dem, worauf wir konditioniert wurden, in Wahrheit ganz überflüssig ist. Deshalb bin ich online aktiv. Ein ehemaliger Mathematiker, Philologe und Lehrer, der heute begeistert an *Rezeptbüchern über eine besondere Form der zuckerarmen (auch obstarmen) Rohkost und den Zusammenhang zwischen Ernährung und Bewusstsein schreibt, aber auch gerne seine Einsichten in das bedürfnisorientierte Dasein mit Kindern mitteilt.

Welche hormonfreien Verhütungsmethoden hast du schon ausprobiert?

Nur das Kondom, auf das ich aber seit langem verzichte – zu fragwürdige Additive im Latex, allein der Geruch ist abstoßend.

Aktuell hast du mit deiner Frau vier Kinder? Waren alle Kinder geplant?

Ja, alle vier waren geplant. Übrigens auch ihr Geschlecht.

Du hast mir im Vorgespräch erzählt, dass ihr keine Kinder mehr möchtet. Dennoch verhütet ihr mit Coitus Interruptus - einer Methode, die in amerikanischen Studien maximal einen Pearl Index von etwa 4 bis 18 erreicht - und somit unsicher ist. Wie hast du trotzdem Vertrauen in diese Art der Verhütungsmethode entwickeln können?

Es gibt so einige Dinge, in die ich Vertrauen habe, obwohl sie allgemein anders gesehen werden. Vielleicht gelingt uns daher auch so viel Unübliches? Studien, die besagen „es kann schiefgehen“ beeindrucken mich nicht besonders. Leider gibt es Kinder, die nichts zu essen bekommen – also auch nichts Tierisches – und die deshalb verhungern. Dadurch ist aber nicht die vegane Ernährung gefährlich. Genauso gibt es Kinder, die nicht zur Schule gehen und auch nichts lernen. Das belegt aber nicht, dass FreilernerInnen ein größeres Verdummungsrisiko tragen. Oder dass manche Babys das Bett verschmutzen, ist kein Beweis, dass alle Babys eine Windel bräuchten! Ich weiß, dass der Coitus interruptus viele Jahre gelingen kann. Warum sollte er dann nicht bei uns gelingen, die wir beide kein Kind wollen (es gibt eine affirmative Macht!) und die wir die Technik beherrschen? Sollte es wirklich dennoch passieren, so will offensichtlich doch noch ein Kind zu uns. Das hätte dann aber auch ein mechanisches oder hormonelles Verhütungsmittel überwunden.

In Südostasien gibt es eine Studie, in der Coitus interruptus einen Pearl Index von 3 erreicht hat - also etwa so sicher wie das Kondom. Wie kannst du dir erklären, dass hingegen der untersuchte Pearl-Index des Coitus Interruptus in Industriestaaten (Europa) eher schlecht bei Studien abschneidet - aber in Südostasien so gut?

Ich kannte diese Studie bislang nicht und kann nur spekulieren: Eventuell sind die indischen Paare – Stichwort: Kamasutra – weniger auf den männlichen Orgasmus fixiert und können daher einen Zustand weit davor aufrechterhalten. Meines Wissens wird das Vorhandensein von Spermien im Präejakulat dann wahrscheinlich, wenn der Mann sich dem Höhepunkt schon zuvor genähert hat. Vielleicht sind die Inder und Südostasiaten statistisch beim Sex bewusster und haben eine bessere Körperbeherrschung als die durchschnittlichen Studienteilnehmer hierzulande?

Wie hast du gelernt, dich beim CI zu kontrollieren?

Learning by doing. Es war wichtig, genau zu fühlen, wie weit ich gehen kann, um nicht zu früh in die Nähe des Orgasmus zukommen, denn sonst wäre ein panisches Herausziehen mit abruptem Ende nötig geworden. So habe ich einen Aspekt meiner Sexualität (und das genaue Hinfühlen überhaupt) besser kennengelernt und bin sehr froh darüber.

Fühlst du dich in deiner Sexualität eingeschränkt, wenn du CI praktizierst oder genießt du es in vollen Zügen?

Im allerletzten Moment ist manchmal ein leises Bedauern dabei - zugegeben. Insgesamt hat der CI unsere Partnerschaft ungeplant aber sehr bereichert. Durch meine Fähigkeit, genauer hinzufühlen und das Ende in weiter Ferne zu halten, ist viel mehr gemeinsamer Genuss möglich geworden. Gemeinsame Lust steht nun im Fokus, der Orgasmus hat an Bedeutung verloren. Auch ist ein plötzliches, einseitiges „ich bin fertig“ ausgeschlossen.

Es gibt ja für die fruchtbaren Tage auch noch das Kondom oder Caya Diaphragma. Kannst du dir vorstellen, das mit deiner Partnerin zu praktizieren?

Ich mag es nicht grundsätzlich ausschließen. Einen gewissen Reiz hat die Vorstellung, nicht trennen zu müssen, durchaus. Von allen Barrieremethoden ist ein Diaphragma sicher die attraktivste. Es bleibt der Nachteil, dass der Sex damit einer Vorbereitung bedarf. Das ist in unserem Alltag, in dem die Bedürfnisse der Kinder an erster Stelle stehen und wir uns freiwillig auf sich spontan ergebende Gelegenheiten beschränken, besonders lästig.

Hast du das Caya Dia schonmal mit deiner Partnerin ausprobiert?

Nein, das Caya Diaphragma habe ich bisher noch nicht ausprobiert.[Anmerkung der Redaktion:] In Amerika erreicht der Coitus interruptus in neueren Studien einen Pearl Index von 4 bei perfekter Anwendung (perfect use). Das heißt das 4 von 100 Frauen, die Coitus interruptus zur Verhütung ein Jahr lang zur Verhütung anwenden, ungeplant schwanger werden. Berücksichtigt man Anwendungsfehler (Gebrauchsicherheit) erreicht der Coitus interruptus einen Pearl Index von 18 (typical use). Dieses Resultat überraschte die Wissenschaft, weil das Kondom in vergleichbaren Studien mit einem Pearl Index von 2 (perfect use) und einer Gebrauchssicherheit von 18 (typical use) erreichte.

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